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Was ist das auf meiner Seife?
Kennst du das? Du hast deine Seife mit Liebe und viel Geduld gesiedet und bist so richtig stolz auf sie – aber dann entdeckst du diese weiße, staubige Schicht auf der Oberfläche.
Was das ist? Sodaasche! Keine Sorge, du bist nicht der oder die Einzige, dem das passiert ist. In diesem Beitrag kläre ich, was Sodaasche ist, warum sie entsteht und wie du damit umgehen kannst.
Du wirst sehen, sie ist kein Drama, sondern einfach ein kleines Seifenphänomen, das du mit ein paar einfachen Tipps vermeiden oder ganz leicht beseitigen kannst. Also, lass uns gemeinsam der Sodaasche auf den Grund gehen!
Was ist Sodaasche?
Sodaasche ist eine weiße, pulverige Schicht, die sich manchmal auf frisch gesiedeten Seifen bildet – besonders bei der Kaltsiedemethode. Sie entsteht, wenn unverseifte Lauge (NaOH) auf der Seifenoberfläche mit CO₂ aus der Luft reagiert und Natriumcarbonat bildet. Die gute Nachricht: Sodaasche beeinträchtigt weder die Qualität noch die Wirkung deiner Seife. Sie sieht nur nicht besonders hübsch aus und kann im schlimmsten Fall die Oberfläche der Seife etwas unangenehm machen.Wie sieht Sodaasche auf der Seife aus?
Sodaasche sieht aus wie ein feiner weißer Staub oder ein leicht kristalliner Belag. Manche Seifen bekommen eine matte, fast schimmernde Oberfläche, die an grauen Staub erinnert, während andere mit dickeren, kristallisierten Stellen behaftet sind. In beiden Fällen handelt es sich um die gleiche Sache, die Sodaasche, die sich durch den Kontakt mit der Luft bildet.
Keine Panik, das ist völlig normal und verschwindet leicht – und beeinträchtigt weder den Duft noch die Schaumfähigkeit deiner Seife.
Wie entsteht Sodaasche auf Seife?
Die Entstehung von Sodaasche ist ein natürlicher Vorgang beim Seifensieden: Nachdem du deine Lauge mit den Fetten vermischt hast und der Seifenleim zu seiner festen Form aushärtet, reagiert die unverseifte Lauge an der Oberfläche mit dem CO₂ in der Luft. Diese Reaktion bildet Natriumcarbonat, also Sodaasche.
Der Grund, warum dies besonders häufig bei Kaltsiedeseifen passiert, liegt in der Tatsache, dass die Seife während des Reifungsprozesses einfach länger mit der Luft in Kontakt kommt.
Ob und wie stark sich Sodaasche bildet, hängt jedoch nicht nur von der Luft ab, sondern auch von mehreren Faktoren beim Sieden selbst.
- Zusammensetzung des Seifenrezepts
Die Wahl der Fette und Öle spielt eine größere Rolle, als man zunächst denkt. Rezepte mit einem hohen Anteil an flüssigen, langsam verseifenden Ölen (z. B. Olivenöl, Reiskeimöl oder Sonnenblumenöl) neigen eher zu Sodaasche. Der Seifenleim bleibt länger weich und „offen“, wodurch die Oberfläche länger mit Luft reagieren kann. Rezepte mit mehr festen Fetten verseifen in der Regel schneller und zeigen oft weniger Sodaasche. Ein gutes Beispiel dafür ist meine Oliven-Kamillen-Seife: hier hat sich eine dicke Schicht auf der Oberfläche gebildet, die aber tatsächlich der Seife einen besonderen Look gab. - Wasseranteil in der Lauge
Ein hoher Wasseranteil begünstigt die Bildung von Sodaasche. Je mehr Wasser im Rezept ist, desto länger dauert es, bis die Seife fest wird und die Verseifung an der Oberfläche abgeschlossen ist. In dieser Zeit kann das Natriumhydroxid leichter mit der Luft reagieren. Das habe ich vor allem gemerkt, wenn ich für aufwendige Swirls ein Rezept mit erhöhtem Wasseranteil verwende und den Leim nur wenig andicken lasse. - Gelphase: ja oder nein
Auch die Gelphase hat Einfluss auf die Sodaasche. Seifen, die vollständig durch die Gelphase gehen, zeigen oft weniger oder gar keine Sodaasche. Durch die höhere Temperatur läuft die Verseifung schneller und vollständiger ab, auch an der Oberfläche. Wird die Gelphase dagegen vermieden oder nur teilweise erreicht, bleibt die Oberfläche länger reaktiv – was Sodaasche begünstigen kann. - Kontakt mit Luft während der ersten Stunden
Unabhängig von Rezept und Wasseranteil gilt: Je länger die frische Seife ungeschützt mit Luft in Kontakt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Sodaasche. Deshalb tritt sie besonders häufig in den ersten Stunden nach dem Einformen auf.
Zusammengefasst: Sodaasche ist kein Zeichen für einen Fehler, sondern das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender Faktoren. Rezeptwahl, Wasseranteil, Gelphase und Luftkontakt bestimmen gemeinsam, ob – und wie stark – sie sich bildet.
Wie kann ich die Bildung von Sodaasche vermeiden?
Es gibt ein paar einfache Tricks, wie du die Bildung von Sodaasche vermeiden kannst:
- Seifenleim gut andicken lassen vor dem Einfüllen (wenn keine feinen Swirls geplant sind)
- Seife abdecken: Die einfachste Methode, Sodaasche zu vermeiden, ist, die Seife während der ersten 24 Stunden nach dem Sieden abzudecken. Du kannst sie zum Beispiel mit Plastikfolie schützen, damit sie nicht direkt mit der Luft in Kontakt kommt. Allerdings schwierig bei aufwendigen Toppings oder strukturierten Oberflächen.
- Seife nach dem Einfüllen mit hochprozentigem Alkohol (z.B. Isopropylalkohol*) besprühen: So entsteht eine Barriere zwischen Luft und Seife. Da die aber mit der Zeit verfliegt, am besten mehrmals wiederholen.
- Seife in die Gelphase bringen: gut isolieren und ggf. nach dem Einfüllen die Seife für 1-2 Stunden in den Backofen stellen bei 50 ℃ – so wird der Verseifungsprozess „angeschubst“.
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Was tun, wenn sich Sodaasche auf der Seife bildet?
Zuerst einmal: ruhig bleiben. Sodaasche ist kein Qualitätsmangel, sondern ein rein optisches Phänomen. Die Seife ist vollkommen in Ordnung, pflegend und sicher in der Anwendung.
Wenn dich die weiße Schicht trotzdem stört, hast du mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen – von ganz simpel bis etwas „kosmetischer“:
- Abwaschen oder Abreiben
Leichte Sodaasche lässt sich oft schon mit klarem Wasser entfernen. Einfach die Seife kurz abspülen oder mit einem feuchten Tuch abreiben und anschließend gut trocknen lassen. Allerdings nicht mein Favorit, weil ich keine angewaschene Seife weitergeben möchte. - Sodaasche mit Dampf entfernen
Eine sehr effektive Methode ist das Abdampfen der Seifenoberfläche. Mit Wasserdampf – zum Beispiel aus einem Bügeleisen, einem Handdampfer oder vorsichtig über heißem Wasserdampf – löst sich die Sodaasche sofort auf. Die Oberfläche wird dabei wieder glatt und erhält oft sogar einen leichten Glanz. Wichtig ist, die Seife danach gut trocknen zu lassen, da sie durch den Dampf kurzfristig Feuchtigkeit aufnimmt. Lässt sich am besten am ganzen Seifenblock anwenden, bevor er in Einzelseife geschnitten wird. - Alkohol für ein sauberes Finish
Auch Alkohol kann helfen, Sodaasche zu entfernen oder optisch zu minimieren. Dazu wird die Seifenoberfläche leicht mit hochprozentigem Alkohol (z. B. Isopropylalkohol* oder Ethanol) besprüht. Der Alkohol löst die Sodaasche an und verdunstet schnell, wodurch die Oberfläche oft wieder gleichmäßiger aussieht. Diese Methode eignet sich besonders bei feiner, gleichmäßiger Sodaasche. - Abschneiden oder Abhobeln
Bei sehr dicker oder hartnäckiger Sodaasche kannst du die oberste Schicht der Seife einfach abschneiden oder abhobeln. Das bietet sich vor allem an, wenn du die Seife ohnehin noch zuschneiden oder optisch nacharbeiten möchtest. - Einfach akzeptieren
Und dann gibt es noch die entspannteste Variante: Sodaasche einfach lassen, wie sie ist. Sie verschwindet beim Benutzen der Seife. Gerade bei rustikalen oder natürlichen Seifen passt sie oft sogar ganz gut zum Look.
Weiteres Wissenswertes über Sodaasche
Es gibt noch eine gute Nachricht: Sodaasche ist nicht schädlich! Sie hat keinerlei Einfluss auf die Pflegeeigenschaften oder den Schaum deiner Seife. Die Seife bleibt genauso effektiv und hautfreundlich, auch wenn sich Sodaasche gebildet hat. Sie ist also wirklich nur ein kosmetisches Problem und kein Grund, sich Sorgen zu machen.
In der Seifenherstellung begegnet uns immer mal wieder so etwas, das uns ein bisschen herausfordert – aber genau das macht die Sache ja auch spannend!
Fazit: Sodaasche ist kein Beinbruch
Sodaasche gehört einfach zum Seifenmachen dazu. Sie ist keine Katastrophe, sondern ein kleiner Begleiter auf der Reise zur perfekten Seife.
Mit ein bisschen Geduld und den richtigen Tipps kannst du sie vermeiden oder problemlos entfernen. Wenn du also das nächste Mal eine Seife siederst und Sodaasche entdeckst, mach dir keine Sorgen – das passiert uns allen mal!
Ich hoffe, diese Tipps helfen dir, deine Seifenproduktion noch weiter zu perfektionieren. Hast du selbst schon Erfahrungen mit Sodaasche gemacht? Teile deine Tipps und Geschichten doch in den Kommentaren – ich freue mich, von dir zu hören!
